Trauerfeier für getötete Geisel: Appelle im Nahost-Liveblog

Die Trauerfeier für die im Gazastreifen getötete Geisel Tsachi Idan rückt die dringende Rückkehr aller noch festgehaltenen Personen in den Fokus. In Tel Aviv haben sich Angehörige und Freunde im Bloomfield-Stadion versammelt, um Abschied zu nehmen und Appelle für eine rasche Heimkehr zu äußern. Idans Schwester Noam betonte in ihrer bewegenden Ansprache die Dringlichkeit, die verbliebenen Geiseln in Gaza so schnell wie möglich freizulassen. „Der Auftrag unserer Regierenden war es, Tsachi am Leben zu halten, aber sie trafen schreckliche und untragbare Entscheidungen“, sagte sie.

Kritiker beklagen, dass die israelische Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu die Waffenruhe und das Geiselabkommen unnötig lange hinausgezögert habe, was potenziell das Leben vieler Geiseln gefährdet habe. Idan war zusammen mit 250 weiteren Menschen im Oktober 2023 während des Überfalls der Hamas und anderer Terrorgruppen in den Gazastreifen verschleppt worden. Die Hamas übergab seine sterblichen Überreste erst kürzlich über das Rote Kreuz an Israel.

Einblick in die Haftbedingungen

Nach ihrer Befreiung aus der Gefangenschaft der Hamas berichten ehemalige israelische Geiseln wie Eli Scharabi von den entsetzlichen Haftbedingungen. Scharabi enthüllte im israelischen Fernsehen, dass der Hunger unerträglich gewesen sei und dass er und seine Mitgefangenen monatelang von einem einzigen Teller Nudeln pro Tag gelebt hätten. Er habe 30 Kilogramm abgenommen und berichtet von Misshandlungen, Schlägen und Demütigungen durch die Hamas.

Scharabi knüpfte während seiner Gefangenschaft enge Bande zu seinem Mitgefangenen Alon Ohel, mit dem er 24 Stunden am Tag gemeinsam eingesperrt war. Die Männer konnten sich gegenseitig Kraft geben, was in der extremen Situation ein Lichtblick war. Nach seiner Freilassung versprach Scharabi, nicht zu vergessen, dass Ohel noch immer gefangen war und versprach, für seine Freilassung zu kämpfen.

Impfkampagne gegen Polio

Eine fünftägige Impfkampagne im Gazastreifen hat mehr als 600.000 palästinensischen Kindern unter zehn Jahren eine Impfung gegen Polio verabreicht. Die Massenimpfungen sind eine Reaktion auf die Entdeckung von Polioviren in Abwasserproben und sollen die Immunität der Bevölkerung stärken. Die Weltgesundheitsorganisation betonte die Notwendigkeit, alle Kinder zu erreichen und die Bedingungen, die eine Verbreitung des Poliovirus begünstigen, zu bekämpfen.

Die Entwicklungen in Nahost zeigen eine komplexe Gemengelage aus politischen Verhandlungen, humanitären Herausforderungen und persönlichen Schicksalen. Die Bemühungen um Frieden und Stabilität in der Region sind von großer Tragweite und erfordern eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob die dringenden Appelle nach Freilassung der Geiseln Gehör finden.